Social Media Guidelines – Sicherheit für beide Seiten

Vor zwei Jahren haben wir unsere Social Media Guidelines verfasst; 10 Tipps, die helfen sollen, uns sicher im Social Web zu bewegen. Wir haben es bewusst als „Leitfaden“ und nicht als Richtlinie formuliert, denn es handelt sich um Hilfestellungen und nicht um Anweisungen. Hier eine Stelle, die die grundsätzliche Haltung aufzeigt:

[…] Die wachsende Beliebtheit von Social Media ist auch für Unternehmen von großer Bedeutung: Nutzer sprechen im Internet über Firmen, diskutieren über neue Technologien und empfehlen Produkte – oder eben nicht. Wer diese Diskussionsplattformen ignoriert, der ignoriert auch einen äußerst wirksamen Kommunikationskanal. Social Media Engagement kann helfen, Trends frühzeitig zu erkennen, auf Kritik zu reagieren oder eigene Themen anzustoßen. Und wer könnte das Unternehmen und seine Vielfalt in der Öffentlichkeit besser darstellen als die Mitarbeiter? Mit Ihrem Expertenwissen können Sie Diskussionen im Internet bereichern oder nützliche Anregungen für Ihre Arbeit finden. Es ist daher im Interesse von Daimler, Ihr Engagement im Bereich Social Media zu fördern. […]

Mitarbeiter als Botschafter

Das Internet ist für viele Bereiche zum Arbeitsmittel geworden; sozusagen der Zugang zu einer riesigen und in vielen Fällen kostenlosen Bibliothek. Dabei spielt das Social Web eine immer wichtigere Rolle. Es dient als Plattform zum Knüpfen und Pflegen von Netzwerken und für den Austausch von Wissen. Kollegen bringen sich in Diskussionen ein und fungieren so als Botschafter für Marke oder Unternehmen – meist wissentlich, oftmals aber auch nicht.

Aktuell haben wir mehr als 270.000 Kolleginnen und Kollegen, die theoretisch als Botschafter im Internet fungieren können. Diese Funktion hatten sie übrigens auch schon bevor es das Internet und Social Media gab. Denn an der Theke, am Rande der Kegelbahn, oder auf dem Sportplatz sind wir zwar privat unterwegs, aber mitunter als Daimler-Mitarbeiter erkennbar. Spätestens, wenn wir über die Firma oder unsere Produkte reden, werden wir als solche erkannt. Analog funktioniert das auch auf Plattformen, wie beispielsweise dem Mercedes-Benz Passion Blog, oder auf Motor-Talk.

Hier unterhält sich ein fachkundiges Publikum über unsere neuesten Produkte, ihre Technik, oder etwa deren Preisgestaltung. Hier zwei Beispiele, bei denen sich Kollegen als solche zu erkennen geben. Man weiß zwar nicht wer es genau war, aber die Leser wissen: „Aha, das war jemand vom Daimler und der weiß Bescheid.“

In diesem Beitrag wird über die B-Klasse Edition 1 berichtet, wobei die Information im Kommentar – sei sie richtig oder falsch – sicherlich nicht für die Öffentlichkeit gedacht war.

Bei der folgenden Diskussion ging es um die Motorisierung der stärksten A-Klasse, dem A45 AMG. Es wurde spekuliert, dass das Fahrzeug mit 354 PS auf den Markt kommen wird. Im Kommentar wurde dies bestätigt, obwohl diese Daten von Unternehmensseite noch nicht kommuniziert wurden.

Was viele beim Kommentieren möglicherweise auch nicht bedenken, ist die Tatsache, dass die IP-Adresse des Rechners mit übertragen wird. Anhand derer wiederum kann der Seitenbetreiber diesen Kommentar der Daimler AG zuordnen, was möglicherweise den weiteren Diskussionsverlauf, bzw. die weitere Berichterstattung auf seinem Blog zu diesem Fahrzeug beeinflusst.

Grenzen des Botschaftertums

Unter Umständen dachten die Kollegen sie trügen mit ihrem Expertenwissen positiv zum Diskussionsverlauf bei; aus ihrer Sicht mag das so sein, aus Unternehmenssicht eher nicht. Das führt uns ans Ende unseres dreiseitigen Social Media Leitfadens; dort steht eine ebenso wichtige Passage wie die eingangs erwähnte:

[…] „Um die Einhaltung geltender Rechtsvorschriften in Ihrem eigenen sowie auch im Interesse der Daimler AG sicherzustellen, setzen Ihr Arbeitsvertrag, die Verhaltensrichtlinie (Integrity Code) sowie die Richtlinie zum Umgang mit Informationen verbindliche Grenzen.“

Die übersetzte Kurzform lautet: „Benehmt euch ordentlich und plaudert keine Interna aus“.

In beiden Fällen wurden Details genannt, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, was ein klarer Verstoß gegen die „Richtlinie zum Umgang mit Informationen“ ist. Die gilt nämlich nicht nur am Telefon, beim Versenden von E-Mails, sondern auch im Social Web.

Nicht, dass am Ende noch einer auf die Idee kommt, und diesen Beitrag als Ermunterung versteht, sich zukünftig beim Kommentieren intelligenter zu tarnen. Nein, im Gegenteil: die Social Media Guidelines wurden formuliert, um den Veränderungen, die das Social Web mit sich bringt, Rechnung zu tragen. Sie geben uns Bewegungsspielraum und auch Sicherheit – aber bitte für beide Seiten: für Mitarbeiter und Arbeitgeber.

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