V wie Voyage: Mit der neuen V-Klasse nach Sylt

Nicht an irgendeine Riveria am Mittelmeer, nein auf die größte Insel Deutschlands lud Mercedes-Benz ein, um einen neuen Bus, pardon „Großraumlimousine“, wie meine Blog-Kollegin Larissa mich zu verbessern weiß, zu testen.

Wir selbst haben es uns zum Auftrag gemacht, eine unterhaltsame Story in YouTube-Form daraus zu machen, denn ein Auto von solchen Ausmaßen kann doch eigentlich nicht mehr emotional, unterhaltsam oder gar packend sein – dachten wir zumindest.

Unser Script war fertig, die Idee auf dem Papier ganz unterhaltsam, der Wille mit im Koffer. „Sommer, Sonne, Sonnenschein“, das ist das Motto, nein der Plan und mitten drin die neue V-Klasse. Auf diese konnten wir zählen, auf Petrus leider nicht. Der bescherte uns eine Priese englisches Wetter. Platzregen vom feinsten, sowie ein grauer Himmel. Nicht gerade die perfekte Mischung für einen Haufen TV-Journalisten, Blogger und angehende YouTube-Stars und Sternchen, die gerne einen hübscheren Himmel im Hintergrund sehen würden.

Es dämmerte mir so langsam, dass ich die wohl aufgeopferten ruhigen Minuten, um das Script zu schreiben, mir hätte sparen können und wie sonst auch einfach auf das zurückzugreifen, was wir am besten können: Improvisieren. Kurzerhand alles über Bord geworfen und dem nordfriesischen Schietwetter angepasst. Immerhin frischt unsere „cavansitblau metallic“-V den tristen Hintergrund etwas auf. Larissa freut sich weniger als ich über die Farbe, dafür über die strikte Umsetzung des Designs. „Innen finden sich dieselben Linien wie an der Karosserie wieder. Wenn man nur richtig hinsieht“. Da musste ich deutlich näher hinsehen, um zu verstehen, was sie mir verständlich machen wollte. Nach einem vorgetäuschtem „ah, ja, das, natürlich“, lies ich mir es später von einem Designer dann doch genau erklären. Die Frau sollte Recht behalten und ich eine neue Lektion für’s Leben lernen: Frauen haben ein Auge für das Thema „was gut aussieht und stilistisch gut zusammenpasst“.

Ich wiederum wollte endlich losfahren, denn mit viel Glück hat Petrus doch vielleicht erbarmen und wir können auf Sylt mit strahlendem Sonnenschein drehen. Petrus hatte wohl oder übel ganz miese Laune – sicherlich hat ihm eine Frau Probleme bereitet. Meine Fahrerin hingegen (korrekt erkannt, ich habe den Kampf um den Schlüssel verloren) sprach davon, wie einfach doch die Sitze zu verstellen sein sollen. Das könnten wir doch auch mal ausprobieren. Ein Weilchen später hieß es dann „siehst du, war doch gar nicht so schwer“. Da hatte sie nicht ganz unrecht, denn schwere Arbeit wird ja gerne vom Mann verrichtet, daher durfte er, der Mann, und damit ich, die Einzelsitze mal eben ausklinken, hochheben, umdrehen und wieder einklinken. Eine Rennschale ist wahrlich leichter, dafür ist die nicht so schnell wieder befestigt. Gut auch, dass in der Großraumlimousine für solche Experimente (bei geschlossenen Türen) ausreichend Platz ist.

Als ich dann auch mal ans Steuer durfte, weil Madame sich auf der dritten Sitzreihe ein Bettchen bauen wollte, konnte ich meinem Unmut dann ein wenig Luft machen, denn dahinten hört die mich sicherlich nicht. Falsch gedacht, clever, wie sie eben ist, hat sie die Sprachverstärkung der Burmester-Anlage vorher noch aktiviert. So konnte sie jedes meiner noch so leise gegrummelten Kommentare belauschen. Sie hat es sich nicht nehmen lassen mir dies dann später unter die Nase zu reiben. Zur Versöhnung den Equalizer auf ihre Lieblingseinstellungen gestellt, ordentlich vom Bass den Rücken massieren lassen und „Blurred Lines“ zur Ambientebeleuchtung polar aufgedreht.

Die wahre Größe eines Sportsman kommt dann zum Tragen, wenn er den ersten Schritt in Richtung Schlichtung geht. Gut, dass dafür wahrlich genug Platz in der V-Klasse ist. Also rauf auf den Autozug nach Sylt, dann problemlos nach hinten durchwandern und sich bei einer gemütlichen Schunkel-Überfahrt auf die Nordfriesische Insel akzentuieren. Bei gutem Ausgang kann dann auch nochmal ein Partylied gespielt werden und der Fond wird zur Disco.


 

Über den Autor: 
Fabian Meßner, 24 Jahre. Twitter @fabi_m, Blogger unter anderem für Autophorie.de, Mitglied im Verband der Motorjournalisten e.V., mit einem Fable für amerikanische Klassiker und großvolumigen Motoren.

Weitere Postings zu Fahrveranstaltung auf Sylt:
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