In doppelter Mission bei den VfB-Jungs

Ganz ehrlich, wer hätte nicht zumindest unterschwellig gedrückte Stimmung erwartet beim dritten Kabinenfest des VfB – der Veranstaltung in den Katakomben der Mercedes-Benz Arena, bei der Fans, Spieler und Trainerstab aufeinandertreffen. Wenn letzterer nicht unmittelbar zuvor entlassen worden wäre. Top Timing. Aber darum geht es dann gar nicht an diesem Abend.

Stattdessen top Stimmung bei den  über 100 Losgewinnern, die als VfB-Fans ihre Idole live und ganz hautnah erleben können. Fans wie ich, die – sozusagen in doppelter Mission beim Kabinenfest dabei sind: als Anhängerin des Clubs mit dem roten Brustring und zugleich als Mitarbeiterin des Trikotsponsors und Organisators Mercedes-Benz Bank, wo ich seit sechs Wochen im Presse-Team arbeite.

VfB Hautnah

Und Fans wie der achtjährige Lukas, der mit seinem Papa Harald, „Harry“, zu den erwartungsvollen Fans gehört, die im Eingangsbereich der heiligen Hallen auf die Ankunft der Spieler warten. Natürlich in einheitlicher VfB-Kluft und natürlich mit einem leichten Kribbeln in der Magengrube.

Der einzige Unterschied: Mein Trikot zierten schon etliche Spieler-Autogramme – das habe ich nämlich vor zwei Jahren von einem Freund zum Geburtstag bekommen, der zur damaligen Zeit beim VfB arbeitete und in einem günstigen Moment dem damaligen Kader einen Filzstift in die Hand gedrückt hat – das Trikot von Lukas dagegen war noch strahlend weiß. Aber das sollte sich im Laufe des Abends auch noch ändern.

Noch bin ich zwei Schritte voraus, stürme bei Ankunft der Spieler mit Edding ausgerüstet auf Martin Harnik zu und bitte ihn höflich aber bestimmt, sich auch auf meinem Trikot zu verewigen. Verletzung hin oder her, er hat noch gefehlt. Und schreiben geht ja. Check!

Apropos: Lukas, übrigens amtierender Torwart der E-Jugend des TSV Schwieberdingen, will sich die Chance auf Autogramme seiner Vorbilder auch nicht entgehen lassen: Kostic, Ginczek, Didavi und, wie sollte es als angehender Torwartprofi anders sein, Tyton.

Warum genau die? „Weil die gut sind“, sagt Lukas und leiht sich meinen Edding. Papa Harry erzählt mir nebenbei, dass Lukas sein VfB-Fan-Dasein sozusagen bereits in die Wiege gelegt wurde – wie sollte es auch anders sein, bei dem Vater.

Ich folge dem Kleinen tiefer in die Katakomben, Richtung Mannschaftskabinen. Dort, wo sich die restlichen Fans und Spieler mittlerweile zum Tischkickern, Fifa auf der Playstation zocken und Leberkäse, Fleischküchle und Kartoffelsalat Essen eingefunden haben. Lukas interessiert aber nur eins: die Jungs, die mal wieder das tun, was sie am besten können. Kicken. Und ehe ich mich versehe, verwandelt sich der Eingangsbereich zum Miniatur-Fußballfeld.

Fußball Derby im Eingangsbereich

Vlachodimos, Baumgartl, Maxim, Niedermeier und noch ein paar weitere Nachwuchs-Kicker – anfangs noch ein bisschen schüchtern, lassen die Aufwärmphase fix hinter sich und legen los. Schnelle Ballwechsel, Übersteiger und was sonst noch auf beengtem Raum möglich ist – „schieß mich bitte nicht ab“  – „heee, Timo, zu mir“ – „aus, der Ball war aus“ – „nein, das Spielfeld ist unendlich haben wir gesagt“ – „wwooaah, ein kleiner Ronaldo hier“ – die Jungs sind ganz in ihrem Element. Ich auch.

Am Spielfeldrand, in sicherem Abstand in der Beobachterrolle. Meine fußballerischen Qualitäten muss ich hier nicht unter Beweis stellen. Der Zug für eine Profi-Karriere ist längst abgefahren. Und das liegt nicht nur am Alter. Bei Lukas hingegen besteht da noch eine Chance. Wenn man mal davon absieht, dass er gerade als „faules Ei“ in der Kreismitte steht und versucht, den Ball zu stoppen. Für ihn als Torwart natürlich kein Problem.

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Am Ende des Abends frage ich ihn, was er seinen neuen Fußballkumpels für die Zukunft wünscht. Seine Antwort: „Dass sie gewinnen und dass sie gut bleiben“. Ja, er hat tatsächlich „bleiben“ gesagt. Ein ewiger Optimist, der Kleine. Und – vielleicht auch aus Verwunderung darüber, dass es nun wirklich kein Thema war – habe ich natürlich auch Lukas‘ Papa gefragt, was er von der ganzen Sache mit dem Trainerwechsel und allgemein der Leistung des Stuttgarter Teams  hält und ob das nicht doch ein bisschen die Vorfreude auf das Kabinenfest gedrückt hat.

„Ach, das war uns egal. Die Jungs können auch nichts dafür und wir stehen hinter ihnen, egal was kommt“, seine Antwort. Und Lukas selber findet das zwar alles „ein bisschen schade“, hält aber sowieso zum VfB: „Ich hoffe einfach, dass sie einen guten Trainer bekommen“. Und dem ist auch aus meiner Sicht vorerst nichts hinzuzufügen.

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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Sie arbeitet im Presseteam der Mercedes-Benz Bank. Zuvor hat sie ihr Masterstudium im Fach Kommunikationsmanagement an der Universität Hohenheim und davor ihren Bachelorabschluss in Medien und Kommunikation im wunderschönen Passau abgeschlossen.

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