Classic Car Travel – Projekt „Traumreise“

Im Oktober 2015 fand die erste Oldtimerreise von Mercedes-Benz Classic Car Travel statt. Der Projektstart wurde zum Startschuss einer erfolgreichen Kooperation und zu einem traumhaften Arbeitswochenende für mich persönlich.

Es begann im Sommer 2015. Eigentlich schon Jahre davor. Denn die Attraktivität und Ausstrahlung von Oldtimern im Straßenbild haben mich schon immer fasziniert.

Mit meinen beiden linken Händen kam der Besitz eines Klassikers jedoch für mich bisher nie in Frage. Am Auto selbst zu schrauben und Teile bzw. Baupläne zu recherchieren konnte ich mir nicht vorstellen. Autos zu fahren konnte mich hingegen schon immer begeistern. Doch niemand verleiht seinen Oldtimer, egal wie oft man schon sein „normales“ Auto fahren durfte. So blieb es bei den manchmal etwas sehnsüchtigen Blicken auf gut gepflegte Zeugen vergangener Zeiten.

Das Projekt Classic Car Travel

Die Lage änderte sich wie gesagt im Juni 2015. Kurz nachdem ich meine Arbeit bei Daimler Business Innovation aufgenommen hatte, kam ich mit dem Projekt „Classic Car Travel“ in Berührung. Es entstand gerade eine Kooperation mit der Nostalgic GmbH, dem Erfinder der „begleiteten Oldtimerreisen“. Nostalgic bietet bereits seit 2002 Oldtimerreisen an und war zu diesem Zeitpunkt dabei, eine Flotte von gut gepflegten Mercedes-Benz SL-Fahrzeugen zu kaufen.

Für Nostalgic sind diese SL die Krönung der bereits bestehenden Oldtimerflotte. Für die Daimler AG sind die Reisen mit den alten Mercedes-Benz Fahrzeugen eine gute Möglichkeit, vergangene Zeiten wieder erlebbar zu machen. Dem Kunden bietet sich die Möglichkeit einen Oldtimer zu fahren, ohne einen Oldtimer kaufen und pflegen zu müssen. Gerade letzteres kann viel Aufwand bedeuten.

Reisen im „Classic Car“ Mercedes-Benz SL

Die Reisen von Nostalgic führen diesen komfortablen Gedanken konsequent fort: handverlesene Hotels, sorgfältige Routenauswahl durch herrliche Landschaften mit vielen Sehenswürdigkeiten, wunderschöne Cafés als Vorschlag für eine kleine Pause, Mittag- und Abendessen in gut recherchierten kulinarischen Geheimtipps. Und das alles in einem Mercedes-Benz SL aus einem Zeitalter, der einfach zum englischen Begriff „Classic Car“ passt. Natürlich wollte ich an diesem Projekt mitarbeiten!!!

Rasch näherte sich der Termin der ersten Reise im Oktober 2015 in der Provence. Der offizielle Startschuss für das Projekt. Einige Wochen vor dem Beginn dieser Reise fragte mich Projektleiter Thomas Eisenbarth, ob ich vor Ort dabei sein wollte um z.B. die anwesenden Journalisten zu betreuen. Für mich war es eine einmalige Chance, die ich  wahrgenommen habe. Auch wenn ich salopp gesagt nur einen Job als Wasserträger erwarten durfte. Doch auch das hatte in diesem Fall seine Reize.

Mit Legenden quer durch Frankreich

Die 1000 km Anfahrt teilten wir uns in zwei Etappen auf. Abfahrt am Donnerstag Abend, Übernachtung in der Nähe von Lyon. Wenig Schlaf. Frühstück zusammen mit dem Agenturchef und dem Fotografen, die uns nachgereist waren und noch weniger Schlaf abbekommen hatten. Direkt weiter, die Zeit drängte. Das Ziel war ein abgelegenes Hotel zwischen Avignon und Marseille, früher sicherlich eine Station für Postkutschen. Herrlich!

Technisch ausgedrückt warteten dort die Modelle W 113  und R 107 auf uns. Doch so nüchtern kann man einfach nicht denken wenn, man vor diesen Legenden steht. Die berühmte „Pagode“ (W 113), der Mercedes-Benz SL von 1963-1971. Ein Traumauto seiner Zeit, entsprechend oft im Kino oder Fernsehen zu sehen.

Sein Nachfolger, der R 107, der von 1971-1989 gebaut wurde und noch viel öfters auf der Leinwand und am Bildschirm aufgetaucht ist. Was wären meine Kindheitserinnerungen wie z.B. an „Hart aber Herzlich“ oder „Dallas“ ohne dieses Auto? Ich kann es mir nicht vorstellen.

Foto-Shooting im R 107 – Bitte Lächeln!

Beides waren Top-Autos ihrer Zeit, die technisch und optisch Maßstäbe setzten. Wie sehr, das darf ich bereits kurze Zeit später selber erfahren. Es ging zu einem Foto-Shooting, dabei durfte ich einen R 107 fahren. Etwas über 30 Minuten ging die Fahrt, bei der ich aus dem Grinsen nicht herauskam. Ich hatte schließlich nicht damit gerechnet selber im Auto zu sitzen. Dem R 107 konnte ich dabei kaum anmerken, in welchem Alter er schon war, so angenehm war die Fahrt. Auch heute noch ein alltagstaugliches Auto. Im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen.

Und ich durfte gleich weiter im Auto sitzen, denn ich wurde für das anstehende Foto-Shooting als Beifahrer eingeteilt. So fuhren wir durch die herrliche Landschaft, begleitet vom trotz Sonnenscheins recht kühlen Fahrtwind und einer guten Portion „Bitte viel Lächeln“-Kommentaren. Speziell die Aufnahmen der fahrenden Autos sind bei Fotoaufnahmen keine einfache Angelegenheit für den Fotografen.

Das Shooting zog sich hin. Wir suchten eine Stelle aus, fuhren sie ab und wiederholten die Fahrt bis das Foto so „im Kasten“ war, dass die beiden Fotografie-Profis auch zufrieden waren. Danach ging es direkt zur nächsten Stelle und das Spiel begann von vorne. Während einer kurzen Besprechungspause hörte ich die Worte „Noch 1-1 ½ Stunden, dann sollten wir durch sein“.

Ich freute mich darauf, denn der Fahrtwind bei offenem Verdeck und für die Fotos selbstverständlich heruntergelassenen Seitenscheiben ging nicht spurlos an mir vorbei. Wir machten eben doch keine Vergnügungsfahrt. Dafür war die Sonne in den Pausen angenehm warm. Die Autos und die Landschaft hielten mein Dauergrinsen frisch.

Das junge Glück in der Pagode

1 bis 2 Stunden später standen wir am Straßenrand zwischen Olivenbäumen. Es sah ganz danach aus, als ob wir fertig waren. Ich freute mich darauf im Hotel lange unter der heißen Dusche zu stehen und fragte mich, worauf wir gerade warteten. Da tauchten zwei weitere SL auf, eine Pagode und ein R 107. In den Autos saß unter anderem eine Mitarbeiterin von Nostalgic und ein weiterer Fotograf.

Die Mitarbeiterin lerne ich kurze Zeit später gut kennen, denn es erfolgt das Kommando „Mona, setz Dich zu Herrn Olpp ins Auto, Ihr seid nun unser junges Glück“. Ein Satz mit dem ich schon viele Freunde zum Lachen gebracht habe, und bei dem ich auch jetzt wieder grinsen muss. Es folgt ein weiteres Shooting, das „junge Glück“ ist im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dieses Mal darf ich sogar fahren. In einer Pagode!

Die Pagode und der R 107 fahren sich sehr unterschiedlich. Die Pagode ist ursprünglich, der Motor lauter, das Fahrwerk direkter. Hier gibt es Oldtimer-Fahrgefühl für alle Sinne: von den Händen am Lenkrad, über den Sitz bis hin zu den Ohren. Dagegen fährt sich der R 107 bequemer und verzeiht Fahrfehler leichter, beschleunigt schneller, ist komfortabler und luxuriöser. Wer einfach nur entspannt durch die Landschaft rollen möchte ist hier richtig.

Vermutlich wurde ich an diesem Tag öfter fotografiert als in meinem bisherigen Leben zusammen. Doch es blieb keine Zeit darüber nachzudenken, auch nicht für die heiße Dusche als wir zurück waren. Die Teilnehmer fuhren zum Essen in die kleine Stadt Mallemort und wir durften mit. Auf dem Berg, in einer malerischen Altstadt, machte ich in einer wunderschönen Auberge die Bekanntschaft mit einem Dry Aged Steak erster Klasse.

Tagesreise durch die französische Provence

Der nächste Morgen enthüllte Frost auf den Abdeckplanen der Oldtimer. Dennoch entwickelte sich der Tag herrlich sonnig. Thomas Eisenbarth, der Projektleiter, stellte den Teilnehmern kurz die Fahrzeuge vor, bevor es wieder auf die Straße ging. Die Autos standen vollgetankt mit frisch „genulltem“ Tageszähler bereit. Letzteres würde wenig später noch für mich wichtig werden. Denn Thomas Eisenbarth und ich hatten heute die Aufgabe, zwei mitreisende Journalisten zu begleiten, die einen normalen Reisetag erleben.

Neben mir hielt Frank -ein freier Journalist- das Lenkrad einer silbernen Pagode. Als Beifahrer hielt ich dafür das Roadbook in meinen Händen. Hier war alles vermerkt. Bei Kilometer 13,5 die zweite Abfahrt aus dem Kreisverkehr nehmen, bei Kilometer 14,9 am Stop-Schild rechts weg, usw.

Wenn wir in der Kolonne fuhren war das natürlich alles nicht nötig, doch je nach Wunsch konnte man so auch alleine durch die Landschaft gleiten. Und Gründe anzuhalten gab es genug. Alte Klöster, malerische Cafés, ein Boulodrome, Olivenhaine, Berge, die Provence genießt ihren Ruf eben zu Recht.

Für Frank ergaben sich dabei so viele Fotomotive, dass wir die Stadtführung durch Avignon ausfallen ließen. Zum nächsten leckeren Essen, dieses Mal in einem alten Kloster in der Altstadt von Avignon, kamen wir zum Glück gerade noch rechtzeitig. Nach dem Essen waren alle Teilnehmer hoch motiviert wieder in die Autos zu steigen. Wir wechselten unsere Pagode gegen einen R 107. Doch vor den Straßen wollen wir natürlich noch den Papstpalast sehen. Ein beeindruckender Anblick!

Les plus beaux villages de France

Etwas später fuhren wir aus dem Parkhaus und erlebten ein schönes Beispiel für den Komfort dieser Reise: Neben der Schranke wartete Walter  Laimer auf uns, nahm unser Parkticket in Empfang und öffnete die Schranke mit einer bereits bezahlten Karte.

Der Ort Gordes in der französischen Provence

Schnell verließen wir das Stadtgebiet und befanden uns wieder inmitten in der Provence, wie man sie von den Bildern kennt. Die Fahrt im R 107 war super angenehm, man kann fast nicht glauben dass er schon ein H-Kennzeichen tragen darf. Wir erlebten zu viele schöne Flecken Erde, als das ich sie hier alle aufzählen könnte. Höhepunkt der zweiten Fahrthälfte war dabei der Ort Gordes, den ich im Sonnenuntergang erleben durfte. Gordes ist übrigens als eines der schönsten Dörfer Frankreichs (Les plus beaux villages de France) klassifiziert.

Wie einige andere Reiseteilnehmer auch ließen wir uns Zeit und genossen, dass wir nicht an die Gruppe gebunden waren und individuell entscheiden konnten was wir uns genauer anschauen wollen. So trudelten wir als Letzte beim Abendessen ein. Wie gut das Essen schmeckte muss ich wohl nicht extra erwähnen.

Am nächsten Tag ging die Reise ohne uns weiter. Für uns standen über 1000 km Heimreise an. Doch wir hatten richtig Glück und konnten im Fuhrpark eine S63 AMG ausfassen. Ebenfalls ein Top-Fahrzeug seiner Zeit. Dieser Zeit. So verlief die Heimreise angenehm. Zu Hause angekommen war ich aber froh, am nächsten Tag Überstunden abbauen zu können.

Weil´s so schön war noch einmal !

Einige Wochen später bekam die Reise eine ganz persönliche Wiederholung für mich. Meine Freundin und ich besuchten einen guten Freund in Marseille, Eric. Am nächsten Morgen waren wir in weniger als 45 Minuten am Startpunkt des Roadbooks. Wir fuhren noch einmal die ganze Tagesstrecke ab und strahlten mit der außergewöhnlich warmen Sonne um die Wette.

Das Wetter war an diesem Tag echt sensationell. Wir liefen doch tatsächlich im November im T-Shirt durch das fast menschenleere Avignon. Die Route ist übrigens nicht nur gut, um schöne Dörfer oder alte Klöster zu sehen: direkt neben der Strecke ließen wir noch Geld in einer Olivenölmühle liegen.

Am Abend trafen wir uns mit Eric und seiner Freundin in Mallemort wieder, natürlich im bereits erwähnten Restaurant. Wie es der Zufall so wollte hatten wir im Internet eine Übernachtungsgelegenheit ausgesucht, die nur wenige Meter vom Restaurant entfernt war. Wir hatten bei der Wiederholung  der Reise wirklich einen sensationellen Tag erwischt, der einen krönenden Abschluss fand.

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Dieser Artikel wurde von geschrieben. Er arbeitet im Projektmanagement in wechselnden Themenbereichen von der Konzeptphase bis zum After-Sales, nun kam er zum ersten Mal mit einem Oldtimer in Kontakt. In seiner Freizeit hält er lieber das Lenkrad als Werkzeug in den Händen.

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